Matilde (80 Jahre) lebt in einer kleinen Wohnung mitten im Zentrum von Madrid. Sie hat die letzten Monate lang ihre Wohnung nur verlassen, um Einkaufen oder zum Arzt zu gehen. Seit dem 14. März gilt in Spanien eines der strengsten Corona-Lockdowns Europas. Einige Nachbarn bringen Matilde ab und zu Lebensmittel mit. Es gibt sehr viele Menschen, die durch die Krise ihre Arbeit verloren haben, ihre Miete nicht mehr bezahlen können, bei denen das Geld nicht einmal mehr für Lebensmittel reicht, erzählt sie. Aber Kirchen und Sozialvereine helfen mit Tafeln und Essensausgaben und die Menschen stehen kilometerlang vor diesen an.

Die Covid-19-Pandemie trifft Spanien hart. Die traumatischen Erinnerungen an die große Wirtschaftskrise vor zehn Jahren sind noch präsent und nun droht die Wirtschaft erneut zusammenzubrechen. Der erwartete Rückgang der Wirtschaftsleistung um 12,8 Prozent im laufenden Jahr würde den stärksten Einbruch seit dem Bürgerkrieg in den 1930er Jahren bedeuten. Die Regierung Spaniens versucht mit Kurzarbeit, Krediten und Grundsicherung ihre Bürger*innen aufzufangen. Weiterer Hoffnungsträger ist nun das große Hilfspaket der Europäischen Union.

Ich frage Matilde, ob sie glaubt, dass die Menschheit etwas aus der Corona-Krise lernt? Matilde: „Pienso que la crisis nos ha hecho refrecionar. La gente aprende que tiene que ser más humilde y pensar más en los demás. En las residencias han muerto muchas personas debido a que las residencias no estaban bien preparadas. Pero esas personas no tenían que haber fallecido. Espero que la crisis haga a las personas más humanas.” (Ich glaube, dass die Menschen durch die Krise viel aufarbeiten. Sie lernen bescheidener zu werden und mehr Rücksicht auf andere Menschen zu nehmen. In den schlecht auf die Krise vorbereiteten Altenheimen sind viele Menschen gestorben, die nicht hätten sterben müssen. Ich erhoffe mir, dass die Menschheit durch die Krise humaner wird.)

Foto: © D.F. Ricote (Calle Arenal Madrid, 09.04.2020)

Die beliebte Shoppingmeile „Calle Arenal“ in Madrid ist wie leergefegt. Ein sehr ungewöhnliches Bild. Spanien ist nicht wiederzuerkennen. 

Autorin: Helena Santana Losada

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